Kunst sichtbar zu machen, ihr außerhalb der etablierten Institution einen Platz zu geben und zugleich der allgegenwärtigen Werbung einen Kontrapunkt entgegenzusetzen, das waren die Überlegungen, die zu der innovativen Idee der "Kunst an der Plakatwand" führten. Am Anfang stand, wie so oft, die Faktizität des Gegebenen. Als die Karlsruher Künstlerin Angela Junk-Eichhorn ein neues Domizil bezog, war da nicht nur ein Haus und ein Grundstück, sondern auf diesem auchzwei kommerziell genutzte Plakatwände. Statt sich in die Situation zu fügen, oder die unliebsamen Werbeträger abzureißen, nahm die neue "Herrin der Wände", sie in Besitz: Sollten auf der einen Stellwand nach wie vor die Werbestrategien der Wirtschaft um die Gunst des Verbrauchers buhlen, so sollte die andere zu einem kreativen Freiraum für die Kunst werden.
Das Experiment startete im Mai 1988.